Notwendigkeiten für die Bildung und Nachwuchsförderung für Industrie 4.0

Der steigende Bedarf an „digital denkenden“ Innovatoren macht es aus meiner Sicht notwendig, grundlegende Weichenstellungen in der Ausbildung vorzunehmen. So ist es derzeit nicht erkennbar, dass im Rahmen des Abiturs in NRW unter G8-Bedingungen auch nur ein Versuch seitens des Kultusministeriums gestartet würde Talente nachhaltig zu erkennen oder gar zu fördern.

Scheitert es im Moment aufgrund von Ressourcenmangel im Bereich Personal und Hardware bereits in einer strukturell verankerten Ausbildung zur Medienkompetenz ist die Heranführung an synergetisch-kreative Denkprozesse die digital gestützt werden gar kein Thema.

Unsere Gesellschaft ist davon abhängig, komplexe Fragen und Probleme der Neuzeit anzugehen und mit kreativen Lösungen zu begegnen. Für solche Herangehensweisen kann man z.B. die TRIZ (Teoria reschenija isobretatjelskich sadatsch) -Methode also in etwa „Theorie des erfinderischen Problemlösens“ nehmen.

Diese Methode beschreibt ein System oder eine Art Gesetzmäßigkeit für Erfindungen. Grob vereinfacht geht es um eine Anwendung von Lösungsmatrizen, die gerade im Überwinden von vermeintlichen Widersprüchen zu innovativen Produkten führt. Hierfür ist es unabdingbar, dass schon früh ein Denken gefördert wird, dass genau dies zulässt. Ein positiv selbstbewusstes Auseinandersetzen mit eingefahrenen Strukturen und Prozessen, die aufgrund von bekannten Widersprüchen selten oder gar nicht mehr hinterfragt werden.

So konnte mit Hilfe der TRIZ Methodik die Fa. Wittenstein ein innovatives Getriebe mit dem Produktnamen GALAXIE entwickeln, welches sich doch weit von der bis dato gebräuchlichen Getriebetechnik unterscheidet. Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Dr. h.c. Dieter Spath, Vorstandsvorsitzender Wittenstein AG stellt in seiner Darstellung heraus, welchen Einfluss das strukturierte Infragestellen herkömmlicher Fakten auf Basis der TRIZ-Methode auf die Entwicklung des GALAXIE-Getriebes hatte.

Es wäre wünschenswert, wenn in die aktuelle Ausbildung solche Fallstudien schneller eingebunden würden. So könnte man schon früh darauf hinwirken mit Hilfe von breit aufgestellten und durchaus absurden Fragestellungen die Bereitschaft für große Innovationsschritte einzuleiten.

Dazu bedarf es den Einsatz von IT-gestütztem Datenhandling und synergetische und vor allem interdisziplinäre Denkprozesse zu fördern. Dies ist eine reale Anforderung an Bildungseinrichtungen und Bildungspolitiker um der Herausforderung Industrie 4.0 adäquat zu begegnen.

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