Ernüchterung und Fehlinterpretation von Industrie 4.0

Industrie 4.0 als Informationswolke mit immer wiederkehrenden Worthülsen und Begrifflichkeiten, die mehr an ein Mantra erinnern welches die Verunsicherten stützt als dahin zu motivieren, diese 4. industrielle Revolution mit zu tragen oder besser zu gestalten.

So schreibt Dr. Holger Schmidt im März bei netzoekonom.de dass 44% der Unternehmen in Deutschland keinen oder nur begrenzten Progress bei diesem Thema sehen.

Hauptgründe sind sicher die mangelnde Vernetzung und der Unwillen der Industrieunternehmen ein  synergetisches Herangehen an das Thema Industrie 4.0 zu forcieren. Es gibt zuviele Einzelkämpfer, die aufgrund der Konkurrenzangst nicht offen agieren und ihren Profit durch zunehmende Transparenz gefährdet sehen.

Für große Entwicklungsschritte sind eben auch sehr hoch gesteckte zukunftsorientierte Ambitionen erforderlich und nicht die Geschäftszahlen des nächsten Jahres.

Die Digitalisierung wird falsch verstanden und oft wird das Pferd von hinten aufgezäumt. Die Digitalisierung der Produktionsstätten ist nicht der Anfang dieser Transformation in die Zeit 4.0 sondern das Ziel. Die Geschäftsführung muss durch gezielte Impulse und eine Hinführung zum digitalen Denken neue Schritte definieren. Dies fällt natürlich dem produzierenden Teil des Marktes deutlich schwerer als z.B. Technologieanbietern, die eine Orientierungslosigkeit nutzen um Industrie 4.0 Komponenten zu vermarkten.

Diese Disbalance zeigt sich auch in der Partizipation bei Industrieplattformen oder Konsortien. So sind auch hier Technologieanbieter deutlich präsenter als Produzenten. Genau diese Plattformen sind aber substanziell für eine Gestaltung einer Industrie 4.0 Kultur. Netzwerke leben eben von vielen Teilelementen und einer Ausweitung.

Der größte Irrtum bleibt am Ende, dass Industrie 4.0 die Effizienz steigert. Vielmehr muss diese Entwicklung als Anst0ß genommen werden, Geschäftsmodelle zu ändern. Es geht um eine Digitalisierung, die am Ende nicht vor den Produkten enden darf.

 

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  1. […] weiteres Beispiel für eine gewisse Ernüchterung und eine mangelnde […]

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